Roy Orbison Biographie
Roy Orbison: Die Anfänge
Roy Kelton Orbison wurde am 23.04.1936 in Vernon, Texas geboren. Als sechsjähriger Junge bekommt Roy seine erste Gitarre geschenkt.
Die ersten Songs die er spielt sind Lieder von Bob Wills und Hank Williams.
Mit 10 Jahren tritt Roy zum ersten Mal in einer sogenannten "Medicine Show" auf,
und mit 13 Jahren gründet er seine erste Gruppe ,die "Wink Westeners", mit denen er in den folgenden Jahren auf diversen Veranstaltungen auftritt.
Als Roy das North Texas State Kollege besuchte, lernte er "Pat Boone" kennen, der schon die ersten Erfolge als Sänger aufweisen konnte.
Er bewunderte ihn damals, da er ein schickes Auto, die neuesten Klamotten hatte, und vor allem dadurch bei den Mädchen sehr beliebt war.
Dies mag vielleicht mit ein Grund dafür gewesen sein, daß Roy das Geografiestudium schmiß. Er wollte von nun an ins Show-Business.
Mit der neugegründeten Band, den "Teen Kings", hatte Roy seine eigene lokale Radio-Show mit Gästen wie Johnny Cash, Buddy Holly usw..
Es war an der Zeit eine Schallplatte aufzunehmen. Der Song "Ooby Dooby" wurde 1955 in Norman Petty´s Studio in Clovis aufgenommen.
Die Platte erschien auf dem JEW-EL Label, und wurde ein Flop! Etwas später versuchte Roy den Song bei Columbia Records neu zu veröffentlichen,
doch seitens der Plattenbosse bei Columbia bestand kein Interesse. Schließlich legte Johnny Cash ein gutes Wort bei Sam Phillips, dem Besitzer des Sun Studios, für Roy ein. Im März 1956 wurde "Ooby Dooby" erneut eingespielt in den Sun Studios. Der Song mit der B-.Seite "Go! Go! Go!" erreichte einen beachtlichen Platz 59 in der Billboard Hot 100. Verkauft wurden fast 400.000 Exemplare. Es folgten noch weitere Singles auf dem Sun Label wie "Rockhouse", "Sweet and easy to love you" und "Chicken Hearted", jedoch waren sie nicht so erfolgreich wie die Debut Single.
Roy wollte sich nicht nur auf das Singen beschränken, er wollte vielmehr eigene Songs schreiben. So widmete er ein Lied seiner Frau Claudette, und bot diesen Song den Everly Brothers an, die ihn mit Freude aufnahmen, da sie gerade neue Titel für eine Lp suchten. Als B-Seite von "All I have to do is dream" kam auch Roys Komposition in den Charts und wurde ein Hit. Er fühlte sich als Songschreiber bestätigt und schrieb weitere Songs für Warren Smith(So long I´m gone) und Johnny Cash(You tell me). In dieser Zeit kam es Roy Orbison in den Sinn Balladen zu schreiben und zu singen, dies aber wiederum passte Sam Phillips nicht, der meinte Roy müsse Rockabilly singen. Man entschloss sich getrennte Wege zu gehen.
Roy´s Manager Bob Neal, der in geschäftlicher Verbindung mit Wesley Rose (Chef eines Musikverlages) stand, riet Roy nach Nashville zu gehen. Es kam zu einem Vertag mit RCA, die z.B. auch Elvis Presley 1956 unter Vertag genommen hatten. Unter der Leitung von Chet Atkins(Country Musiker und Gitarrist) wurden 1958 und 1959 insgesamt drei Aufnahmesessions durchgeführt, in denen acht Songs aufgenommen wurden. "Seems to me" und "Almost 18" wurden als Single veröffentlicht. Die Songs waren nicht schlecht, doch leider brachten sie keinen Erfolg. Als Roy den Titel "Paper Boy" vorstellen wollte, lehnte man bei RCA ab. Der Vertag lief aus. Die Suche nach einem neuen Label begann aufs neue.
Die Erfolgreichen Jahre
Nach einem renommierten Plattenlabel wie die RCA, unterzeichnete Roy einen Vertrag mit dem gerade erst gegründeten Monument Label.
Der Besitzer, Fred Foster, glaubte an Roy´s Talent. Die neu eingespielte Fassung von "Paper Boy" verkaufte sich als Debutsingle 15.000mal.
Zu dieser Zeit lernte Roy den Songschreiber Joe Melson kennen. Man schrieb zusammen den Titel "Uptown" und erreichte Verkaufszahlen von 75.000 Exemplaren. Der Song kam immerhin auf Platz 72 der Charts. Gestärkt von diesem Erfolg, schrieben die beiden weitere Songs. Es gab einen Song den Roy seinem alten Freund Elvis Presley anbieten wollte, doch der als Nachtmensch bekannte King des Rock´n´Roll war am frühen morgen wohl noch nicht aufnahmefähig und lehnte dankend ab. Ein weiterer Versuch den Song an die Everly Brothers zu verkaufen mißlang, da diese schon genügend eigene Songs für eine neue Lp hatten. Roy nahm den Song schließlich selbst auf. Dieses Lied sollte seinen musikalischen Werdegang entscheidend verändern.
Der Song "Only the lonely" schoß über Nacht an die Nummer 2 der Amerikanischen Charts. Insgesamt wurde der Titel über 2.500.000mal verkauft.
Es folgten die Titel "Blue Angle" und "I´m hurtin´". Aber erst in Jahre 1961 sollte Roy Orbison seine erste Nummer eins in den USA haben. Mit "Running Scared" erklomm er den Gipfel der Charts und erfüllte sich einen Lebenstraum. Eine Serie von Charterfolgen stellt sich ein. Songs wie "Crying", "In Dreams", oder "Blue Bayou" sind aus heutiger Sicht echte Klassiker. Erwähnenswert ist aus jener Zeit ein kurzes Gastspiel in Deutschland. Damals war es für Amerikanische oder Britische Künstler große Mode, Titel in Deutsch zu singen. Also nahm Roy 1963 zwei Titel in deutscher Sprache auf. "Mama" mit der B-Seite "San Fernando" wurde in einem Hamburger Studio recorded. Der Texter für den deutschen Gesang ist kein geringerer als "Ralph Maria Siegel".
1963 ging Roy in England auf Tournee. Im Flugzeug hatte er seine Brille vergessen. Aus der Not heraus trat er mit einer dunklen Sonnenbrille auf.
Diese Brille wurde ab dato zu eines seiner Markenzeichen. Roy sang bei der 63´er Tour im zeitlichen Ablauf vor einem Britischen Quartett, die sich die Beatles nannten, und gerade einen Hit mit"Please, Please me" hatten.
Roy hatte inzwischen einen weiteren Songschreiber kennengelernt, und arbeitete mit ihm zusammen. Mit Bill Dees entstand 1964 der Song "Pretty Woman", der für viele Pop-Fans in aller Welt der Song ist, den sie mit dem Namen Roy Orbison verknüpfen. Fast in allen Ländern die Nummer eins. Die Verkaufszahlen sind so gigantisch, daß sie nur geschätzt werden können.
Man sprach damals von ungefähr 7.000.000 Exemplaren. Die Nachfolge Single "Goodnight" verkaufte sich "nur" 200.000mal. Im Jahre 1965 lief der Vertag mit Monument aus, und es war klar,daß ein so kleines Label einen Superstar wie Roy nicht halten konnte. Roy wollte auch unbedingt einen Film drehen und garantierte Fernsehshows für sich beanspruchen. Fred Foster konnte dies nicht bieten, so kam es wie es kommen mußte. Roy verließ Monument und wechselte für ein beachtliches Handgeld zum Multimedia-Giganten "MGM".
Tragödien
Die ersten Singles für das neue Label liefen recht vielversprechend. "Ride away", "Crawling back" und"Breaking up is breaking my heart" kamen gut bei den Fans an. Die erste Lp für MGM "There is only one Roy Orbison" gilt unter Fans als die beste MGM-Lp. Ende der sechziger stagnierte der Verkauf von Orbison Tonträgern. Die Fachliteratur führt mehrere Gründe an:
Am 6.Juni 1966 starb seine Frau Claudette bei einem Motorradunfall. Zwei Jahre später starben zwei seiner Söhne bei einem Brand in Roy´s Haus in Hendersonville. Teilweise fehlte auch bei einigen Platte die richtige Promotion von Seiten der Plattenfirma, teilweise waren auch viele der Songs einfach nicht so stark wie die vergangener Zeiten bei Monument. Kurz sei noch erwähnt,daß Roy die Hauptrolle in einem Western gespielt hat. Ein typischer Musik-Film für diese Zeit a la Elvis. Der Erfolg blieb aus.
Das Jahr 1969 lief zumindest privat besser. Er heiratet ein zweites mal. Während einer Konzerttour in England lernte Roy die deutsche Barbara Welhoner-Jakobs kennen. Sie war damals 18 Jahre jung und kam aus Bielefeld. Roy unternimmt weiterhin Konzerte in verschiedenen Ländern, zu Lasten seiner Kreativität und Qualität seiner Langspielplatten. Das letzte MGM Album erscheint 1973 mit dem Titel "Milestones". Ein wirklich schwaches Album ohne nennenswerte Ausnahmen(vielleicht "Blue rain").
1974 erscheint ein neuer Longplayer auf dem Mercury Label. Dieser war jedoch in Europa nicht erhältlich. "I´m still in love with you" war ein Flop in den Staaten.
In Europa hingegen veröffentlicht Monument eine Doppel-LP mit allen alten Klassikern. Die Schallplatte wurde mit über 1.000.000 verkauften Exemplaren vergoldet.
Roy beschließt zu Monument zurück zu gehen. Fred Foster sprach von einer Wiederkehr alter Zeiten. Gespannt warten die Fans auf die Lp. "Regeneration" erscheint 1976 als Longplayer. Ein starkes Album mit vielen guten Songs, doch es schien als sei die Zeit für Roy Orbison Charterfolge vorbei.
1978 fing alles andere als gut an. Er wurde am offenen Herzen operiert. Die Operation verlief gut, und Roy erholte sich bald. Im gleichen Jahr trennte er sich ein zweites Mal von Monument. Roy merkte,daß er so nicht weiterkommen würde. Ein neuer Sound mußte her. 1979 erscheint die Lp "Laminar Flow" auf dem Elektra Label. Der erste Song "Easy way out" wurde im Disco-Pop-Stil aufgenommen. Die Aufnahmen klangen moderner. Es sind einige gute Songs auf der Lp. Kommerziell blieb sie weit unter den Erwartungen.
Das Comeback
Ein neues Jahrzehnt brach an. Die Achtziger!!
1980 wurde ein Duett mit der US-Countrysängerin Emmylou Harris aufgenommen. "That lovin´you feelin´again" wurde für den Meat Loaf Film "Roadie" verwendet. Roy bekommt sogar eine Gastrolle in dem Film. Der Song bekommt einen Grammy, die höchste amerikanische Auszeichnung für ein Musikwerk. Roy unternimmt weiterhin unzählige Tourneen mit großem Erfolg. Er beschränkt sich auf gelegentliches Aufnehmen von Songs überwiegend für Filmmusiken. Beispiele sind "Wild hearts" 1985 oder "Life fades away". Dann geschah etwas was viele Rock´n´Roller träumten, aber daß dies Wirklichkeit werden würde...
The Class of 55 eine LP mit den "alten Kollegen" vergangener Sun Zeiten.
Johnny Cash, Carl Perkins, Jerry Lee Lewis und Roy Orbison zusammen im Studio. Klar das diese LP in Amerika ein Erfolg wurde. Für Roy war es das Sprungbrett in die "Rock´n ´Roll Hall of fame". Eine Ehre für den bescheidenen Texaner. Die Lobeshymne sprach damals kein geringerer als der "Boss" Bruce Springsteen. Angesichts der neuen Präsenz von Roy auf dem Musikmarkt, erhielt er 1986 einen neuen Schallplattenvertrag mit Virgin Records. Roy spielt noch einmal seine Monument Klassiker neu ein.
Der Song "In dreams" findet Verwendung in einem Film mit Dennis Hopper(Zitat: ...mach´ mir den Candy coloured Clown)mit dem Titel "Blue Velvet".
Im folgenden Jahr gab es den legendären Auftritt im Cocoanut Groove Ballroom in L.A. Die Creme de la Creme spielt mit Roy zusammen auf der Bühne. Springsteen, Elvis Costello, Jackson Brown, die TCB-Band(Elvis Presleys Konzertband der siebziger) und noch viele weitere Musiker sind alle für ein Event zusammengekommen, und für Roy Orbison. Es entstand die "Black and White Night". Roy Orbison spielt bei diesem Konzert auch zwei neue Titel.
Die Hoffnung auf ein neues Studioalbum wächst.
Daß man bei Roy Orbison nie vor einer Überraschung sicher war zeigte sich 1988. Eine merkwürdige Gruppe mit dem Namen "Traveling Wilburys" stürmte weltweit die Charts mit dem Titel "Handle with care". Wer waren diese Musiker? Das Geheimnis wurde bald gelüftet. Keine geringeren als Bob Dylan, Jeff Lynn, George Harrison, Tom Petty und Roy Orbison stellten das Gesangs-Quintett. Es folgte eine Lp die International wie eine Bombe einschlug. Roy war wieder einmal Top in den Charts.
In Holland wird ihm im November 1988 der "Diamond Award" für sein wirken im Showbiz überreicht. Roy stellt seine neue Single "You got it" vor.
Die Singleveröffentlichung sollte ein großartiges Comeback einläuten. Roy war fassungslos und konnte es gar nicht glauben, daß er es nocheinmal in seinem Alter geschafft hat, vor allem auch das junge Publikum anzusprechen. Es ging rasant weiter. Termin reihte sich an Termin. Die Veröffentlichung seiner ersten Lp mit neuem Songmaterial stand bevor.
Am 6.Dezember 1988 passiert, was keiner so schnell begreifen konnte. Roy Orbison stirbt mit 52 Jahren an Herzversagen. Leider war es ihm nicht mehr möglich den Erfolg seiner letzten Lp "Mystery Girl" mitzuerleben. Es ist das Roy Orbison Album. Jeder Song ein Treffer, musikalisch wie stimmlich kaum erreichbar.
Ein Meisterwerk, Meilenstein in der Popgeschichte.
Mit dieser Veröffentlichung wurde Roy Superstar und Legende zugleich.